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19.09.06
Halleluja vor dem Schloss
Der Auftritt mit Gospel News auf dem Rathausplatz in Wiesbaden (gegenüber dem hessischen Landtag) hat beim Wiesbadener Tagblatt einen interessanten Artikel gezeitigt. Ich könnte mir vorstellen, dass der eine oder andere Konzertbesucher sich fragt, ob er eigentlich das gleiche Konzert besucht hat wie der Reporter. Alleine die angegebene Zahl von 300 Konzertbesuchern ist fragwürdig; unsere Schätzungen liegen eher bei 1000-1200 Besuchern im Schnitt, zwischendurch sogar deutlich mehr. Eine generelle Abneigung christlichen Veranstaltungen (oder persönlichen Lebensberichten bei solchen Veranstaltungen) gegenüber scheint beim Tagblatt allerdings nicht vorhanden zu sein, der Bericht über das Frauenfrühstückstreffen fällt äußerst positiv aus. Und so vermute ich, dass es vielleicht der Fokus auf Heilung in Verbindung mit dem freikirchlichen Veranstalter war, der den Reporter so gestört hat, dass eine differenzierte Betrachtung des Abends für ihn wohl nicht mehr möglich war. Das Herausgreifen von Einzelstimmen ohne differenzierte Gesamtbetrachtung ist jedenfalls keine gute Technik, um Artikel zu schreiben, und wenn man das Verhältnis von Wortbeiträgen zu Musik an dem Abend betrachtet, so wäre eine längere Würdigung der musikalischen Inhalte auch wünschenswert gewesen.
Hier ist der Leserbrief, den ich in Reaktion auf den Artikel eingereicht habe. 1500 Zeichen sind kürzer als man denkt, ich musste über manche Formulierungen ziemlich nachdenken...
Gospel in Musik und Wort
Als Musiker von Gospel News freue ich mich, dass unsere „solide musikalische Leistung“ ihre Zustimmung gefunden hat und bedaure, dass der Rest des Programms nicht ähnlichen Anklang fand. Die Inhalte wurden allerdings deutlich differenzierter transportiert als von Ihnen dargestellt. Die „spektakuläre Überwindung der Spielsucht“ etwa wurde als ein von Freunden und professionellen Helfern einer Suchthilfe begleiteter Prozess beschrieben, nicht als marktschreierische Spontanheilung. Dass durch Jesus Christus Veränderung und innere und äußere Heilung möglich ist wurde — das gebe ich gerne zu — als eine Kernbotschaft christlichen Glaubens transportiert. Hier haben wir unseren Zuhörern ein konfessionsunabhängiges Angebot gemacht und uns nach dem Konzert kritischen Fragen im Gespräch gestellt. Von einem Spielen mit Erwartungen kann also nicht die Rede sein.
Als Gruppe aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben wir einen diversifizierten Hintergrund aus Volks- und Freikirchen. Hieraus nehmen wir uns die Freiheit, unsere christlichen Zuhörer und uns selbst zu einer konsequenten Umsetzung unseres Glaubens im Alltag herauszufordern. Die Mehrzahl der mehr als 1000 Zuhörer konnte mit diesen Denkanstößen souverän umgehen. So jedenfalls nach dem Konzert die Rückmeldung von Menschen aus verschiedenen Religionen. Ähnliche Erfahrungen machten wir auch bei anderen Konzerten — egal ob von einer Volks- oder Freikirche organisiert.
Danke an die Wiesbadener für das schöne Konzert!
Verfasst von crenz um 19.09.06 08:47
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Kommentare
krasse story...bist ja grad richtig fleißig am schreiben! gefällt mir!
Verfasst von: tilman um 19.09.06 15:24
